Er war das Zufallsprodukt einer ausgemergelten, viel zu dünnen Bauernhofkatze und eines herrenlosen Streunerkaters, irgendwo in einem kleinen Dorf, dessen Namen niemand kennt. Die Katzen auf dem Hof bekamen die Tischabfälle zu fressen - wenn etwas übrig geblieben war -, ansonsten sollten sich die Katzen ihre Nahrung gefälligst selber fangen, Mäuse gäbe es schließlich genug. Aber die Mutter, die laufend Junge hatte, fing nicht genug, um ihre Babies ausreichend zu versorgen und auch noch sich selbst. Und so war die arme namenlose Mutterkatze, um die sich keiner kümmerte, schon verbraucht und krank, obwohl kaum 2 Jahre alt. Milch für ihre 5 Jungen hatte sie nicht genug, 3 ihrer 5 Babies verhungerten schon in den ersten paar Tagen. Der Bauer sorgte sich nicht darum, denn die Katzen brachten ihm keinen Gewinn. Waren sie krank, dann starben sie eben. Unser kleiner Kater Felix schaffte es, er überlebte und wuchs. Doch wonach er sich sehnte, ein warmes Eckchen im Haus der Menschen, ein bisschen Liebe, eine streichelnde Hand, das blieb ihm versagt. Er war halt nur ein nutzloses kleines Bauernhofkätzchen, und so blieb er allein mit der Mutter und der einzigen Schwester.

Eines Tages kam die Mutter von ihren Beutezügen nicht mehr zurück. Der kleine Felix schrie und weinte nach seiner Mama, aber die kam nicht mehr. Ein Autofahrer, der zu schnell gefahren war, hatte sie auf der Landstraße erfasst und sie war sofort tot. Da die verwaisten kleinen Kätzchen auf dem Hof, auf dem sie geboren worden waren, nichts bekamen, gingen sie auf Wanderschaft, immer auf der Suche nach Menschen, die ihnen ein Zuhause geben würden. Aber sie fanden es nicht. Zumindest hatten sie eine Futterstelle eines Katzenschutzbundes gefunden, bei der die herrenlosen Tiere gefüttert wurden, so dass sie ihren schlimmsten Hunger stillen konnten und überlebten. Aber wonach sich der kleine Kater Felix sehnte, ein warmes Eckchen im Haus der Menschen, ein bisschen Liebe, eine streichelnde Hand, das blieb ihm versagt. Er war halt nur ein nutzloses kleines Bauernhofkätzchen, und so blieb er allein mit der einzigen Schwester.

Die beiden Kätzchen versuchten weiter, ein Zuhause zu finden - aber wo sie auch hinkamen, sie wurden verjagt, teils mit Geschrei, teils bewarfen sie die Menschen gar mit Steinen. Eines Tages war etwas anders. Ihr Futterplatz blieb leer, die nette alte Oma, die sie gefüttert hatte, lag im Krankenhaus und konnte sie nicht mehr versorgen, Ersatz gab es nicht. Die beiden halbwüchsigen Kätzchen fanden eine andere Stelle, dort standen Käfige, in denen Futter stand. Da er Angst vor allem hatte, was von Menschen kommt, ging der kleine Felix nicht hinein. Seine Schwester aber, halbblind vor Hunger, ging hinein und saß in der Falle, sie war gefangen. Als Menschen kamen und die Käfige einsammelten, lief Felix davon. Tagelang wartete er in der Nähe, wo er sie zuletzt gesehen hatte, aber sie kam nicht mehr zurück. Er lernte Mäuse und kranke Vögel zu fangen, er konnte überleben, aber wonach er sich sehnte, ein warmes Eckchen im Haus der Menschen, ein bisschen Liebe, eine streichelnde Hand, das blieb ihm versagt. Er war halt nur ein nutzloses kleines Bauernhofkätzchen, und so blieb er allein.

Inzwischen war aus dem kleinen Kätzchen ein fast erwachsener Kater geworden. Felix bekam plötzlich ganz eigenartige Gefühle. Er war auf der Suche. Auf der Suche nach Katzendamen, die plötzlich so gut rochen. Aber er war nicht sehr stark, und die ganzen Kater im Umkreis mochten ihn plötzlich nicht mehr. Überall wurde er von wütenden Katern angegriffen, verletzt, fortgejagt. Er verstand die Welt nicht mehr. Was hatte er denn bloß getan? Warum wollte ihn niemand? Warum durfte er nirgendwo sein? Er war allein, bis er eines Tages auf der Jagd im Wald von einem Jäger erschossen wurde und über die Regenbogenbrücke in ein großes schönes Land kam.

Es war warm, hell und freundlich dort. Ein paar Menschen und Tiere empfingen ihn. Unser kleiner Felix hatte Angst, wollte fliehen, doch zurück über die Brücke konnte nicht mehr. Aber diese Menschen und Tiere waren anders, als die, die er bisher kennen gelernt hatte... Sie waren freundlich zu ihm und anstatt ihn zu jagen, liebten sie ihn und freuten sich, dass er da war. Es gab genug zu fressen, und er wurde von den Engeln verwöhnt, auch die anderen Katzen waren lieb zu ihm und sie spielten den ganzen Tag auf der großen Wiese im Regenbogenreich.

Nur manchmal waren ein paar wenige dieser Tiere ein wenig melancholisch, dann wenn sie an ihre Menschen dachten, die sie zurücklassen mussten in der alten Welt. Sie erzählten wie schön es doch gewesen war, wie sehr sie ihre "Dosis" (Felix wusste nicht, dass "Dosenöffner" die liebevolle Bezeichnung für ihre Menschen war, die sie versorgten) geliebt hatten und wieder geliebt wurden. Diese glücklichen Katzen waren auch in dem neuen Zuhause glücklich, aber sie vermissten ihre Menschen und warteten sehnlich auf den Tag, an dem auch ihr Mensch zu ihnen ins Regenbogenreich kommen und sie endlich wieder vereint sein würden.

All die Katzen, Hunde, Pferde, Vögel, Kaninchen, und Hamster, die weniger Glück gehabt hatten, hörten ihnen zu. Sie konnten nicht genug bekommen von den Erzählungen der glücklichen Tiere. Und unser Felix, der nie Liebe erfahren hatte, wurde sehr traurig. "Was ist Liebe?", fragte er. "Wie fühlt sich das an, gestreichelt zu werden? Wie fühlt es sich an, geliebt zu werden?". Der arme kleine Felix wusste es nicht.

Da kam ein großer Engel auf ihn zu und fragte, ob es ihm ernst sei, wissen zu wollen, was Liebe ist. Dem kleinen Felix war es sehr ernst. Er war zwar traurig darüber, seine neuen Freunde wieder verlassen zu müssen, aber er wollte doch sooo gerne wissen, wie sich das anfühlt, zu lieben und geliebt zu werden. Und so kam es, dass er zurück auf die Erde geschickt wurde.

Er bekam ein neues kleines Körperchen, er war geboren in einem Haus mit freundlichen Menschen und einer großen starken Katzenmama, die ihn liebevoll empfing. Sie putzte ihn und ließ ihn trinken. Es war genug Milch für die kleinen Babies da, denn die Mutter hatte nur wenige Junge bekommen und wurde liebevoll versorgt und genährt. Als er 12 Wochen alt war, wurde er fort geholt. Zunächst hatte er Angst, und die Trennung von Mutter und Geschwister fiel ihm schwer. Aber bald schon merkte der kleine Felix, dass er den Platz gefunden hatte, wonach er sich so lang gesehnt hatte - ein warmes Eckchen im Haus der Menschen, eine streichelnde Hand und sehr viel Liebe. Felix war glücklich.

Doch viel zu bald kam nachts der Engel zu ihm und fragte ihn, ob er nun bereit sei, zurück ins Regenbogenreich zu gehen. Es würden noch so viele arme Katzen darauf warten, zu lernen was Liebe ist. Felix war ein bisschen traurig, aber er hatte ein schönes, wenn auch kurzes Leben gehabt, und sein Herzenswunsch war erfüllt. Jetzt endlich hatte auch er liebe Menschen, auf die er warten konnte, dort drüben. Er freute sich auf das Regenbogenreich, auf die Engel, die ihn verwöhnten und die Tiere, die ihm Freunde geworden waren.

Aber als er auf der Regenbogenbrücke stand und zurückblickte auf "seine" Menschen, wurde ihm das Herz schwer. Es tat ihm so weh, zu sehen, wie sie die leere Hülle - seinen Körper den er hatte verlassen müssen - festhielten und um ihn weinten. Sie wollten ihn nicht gehen lassen und wünschten verzweifelt dass er bleiben würde, aber seine Zeit war vorbei. Er wollte ihnen sagen, dass es ihm gut geht und dass er auf sie warten würde, am Fuße der Regenbogenbrücke, doch sie hörten ihn nicht.

So ging der kleine Felix zurück in das Regenbogenreich. Seine neue Aufgabe ist es, den armen unglücklichen Tieren, die nie Liebe erfahren hatten, zu erzählen was Liebe ist und wie es sich anfühlt. Er macht ihnen Hoffnung, dass auch sie das Wunder der Liebe erfahren können, irgendwann in einem neuen Leben.

Felix's Menschen weinten noch eine Weile um ihr verlorenes Glück und ließen dann wieder ein armes, verlorenes Katzenpärchen in ihr Haus und ihr Herz. Sie machten damit zwei Katzen glücklich, die lange im Tierheim darauf gewartet hatten, endlich ein Zuhause zu bekommen. Die beiden können Felix nicht ersetzen, aber sie bringen das Lachen und die Freude in ihr Leben zurück. Und Felix werden diese Menschen wiedersehen, irgendwann und irgendwo, denn die wahre Liebe im Herzen ist das Einzige was wir mitnehmen dürfen, wenn unsere Zeit gekommen ist. Und sie ist ein Band, das uns für immer mit unseren Liebsten verbindet und das nie mehr zerreißt.

Prolog: Dies ist eine freie erfundene Geschichte, die aber so oder so ähnlich tagtäglich hundert- und tausendfach passiert. So viele Tiere kommen auf unsere Welt, sind nicht willkommen. Sie sind herrenlos oder werden gequält. Sie werden nicht geliebt und verjagt. Sie verhungern, erfrieren und sie sterben auf unseren Straßen, in unseren Wäldern und in unseren Versuchslabors. Bitte helfe diesen Tieren, in dem du deine Katzen und Hunde kastrieren lässt und diejenigen finanziell oder mit deiner Mitarbeit unterstützt, die versuchen, das Elend zu mindern. Jeder noch so kleine Beitrag hilft... Und vielleicht muss es ja auch einmal kein kleines Baby sein, wenn du das nächste Mal einer Katze oder einem Hund ein Zuhause schenken möchtest?

 

Bild: links Benji, rechts Foxi Gewidmet in ewiger Liebe
meinem Schmusebärchen Foxi
und meinem Katerle (und Foxis großer Liebe) Benji
die seit dem 05. Mai 2002 bzw. 21. Oktober 1997 im Regenbogenreich auf mich warten...

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