Tipps für Trauerbewältigung |
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Sehr viele Informationen zu den Phasen des Trauerprozesses "Trauern um Haustiere" zusammengetragen, diese möchte ich an der Stelle nicht wiederholen. Aber ich habe mich ein paar der Tipps zusammentragen, die ich hier wiedergeben möchte, für den Fall, dass du vielleicht davon profitieren kannst.
Der erste und wichtigste Tipp ist: Lass all die schlauen Tipps und Ratschläge der anderen (auch von mir *ggg*) an dir vorüberziehen und horche auf dein eigenes Inneres. Jede/r Mensch reagiert auf den Verlust eines geliebten Wesens anders, fühlt anders, braucht anderen "Trost" wie der andere. Was DU jetzt brauchst, was DIR in dieser schweren Zeit hilft, DEINE Trauer zu bewältigen, das weißt nur du ganz allein. In dir drin sitzt der beste Ratgeber, den du dir wünschen kannst. Versuche, auf das zu hören, was diese innere Stimme dir sagen will, es wird das Bestmögliche für DICH sein! Denn vermutlich wird dir etwas anderes helfen, als es bei mir oder anderen der Fall war/ist.
Für diejenigen unter euch, die sich trotzdem ein paar Anregungen wünschen oder hilfreiche Erfahrungen anderer für sich ausprobieren wollen, also nun die versprochene Liste, von Tipps und Anregungen die mir während meiner Trauerzeit gegeben wurden oder ich in irgendwelchen Internetforen etc. gelesen habe. Für Anregungen zur Erweiterung der Liste bin ich jederzeit ansprechbar. Einen Teil davon habe ich selbst ausprobiert und als hilfreich erfahren, mit dem Rest konnte ich persönlich nicht so viel anfangen, aber vielleicht entdeckst du ja darin einen Rat, den du als für dich hilfreich erfahren kannst um den Schicksalsschlag zu verkraften:
Für Verzeihen ist es niemals zu spät und es erleichtert dich und vielleicht auch dein Tier, denn es spürt deine Gefühle und dein Befinden. Und es wird auch verstehen, wenn du ihm sagst, dass du es so unendlich liebst dass du dir ein Leben ohne ihm gar nicht mehr vorstellen kannst. Auch wenn jetzt der Zeitpunkt ist, an dem es sich von dir verabschieden muss, fühlt und teilt es deine Liebe! Sollte dein Tier bereits gestorben sein, kannst du all die Sachen, die du ihm noch gerne gesagt hättest, immer noch sagen, in deinem Herzen, deinen Gedanken oder an seinem Grab. Gerade wenn zu dem Schmerz um den Verlust auch noch der Schock eines plötzlichen Todes kommt, ist dieser nachträgliche Abschied und das Zur-Ruhe-kommen für DICH wichtig. Und ich bin sicher, dein Tier hört dich, wo auch immer es jetzt ist, vielleicht ist seine Seele sogar die ersten Tage noch bei dir...
wurde das Tier mit Gewalt (Unfall) aus dem Leben gerissen, oder ist es einfach nur irgendwann nicht mehr wieder gekommen, kannst du vielleicht die Wege noch einmal abgehen, die dein Tier zuletzt (vermutlich) gegangen ist und Blumen an die Unfallstelle legen - oder auf den Platz an dem es zuletzt bzw. sehr häufig gelegen hat.
du kannst dir ein leeres (Tage)Buch, Heft etc. kaufen und immer wenn dir danach ist, einen Brief an deine Tier schreiben, dem du all deine Gedanken und Gefühle anvertraust. Es kann u.U. mehr Klarheit in Gedanken und Gefühle bringen, wenn du sie aufschreibst, anstatt sie nur im Kopf hin- und her zu schieben - und es schafft ein Stück Verbundenheit
Wer mit Tieren sonst auch nichts am Hut hat, wird deine intensive Trauer nicht verstehen und nicht nachvollziehen können, oftmals selbst enge Freunde oder Familienangehörige nicht. Und wenn der/die dann trotzdem zu helfen versucht, sagt er/sie vielleicht (hoffentlich) völlig unbeabsichtigt Dinge, die für dich sehr verletzend sein können. Die besten Tröster sind Tierhalter (insbesondere wenn sie selbst schon einen Trauerfall durchstehen mussten) und Mitbetroffene, die du sicherlich hier im Forum bald finden wirst.
auch ein neuer Hausgenosse kann mitunter sehr viel Trost bringen. Es ist kein Allheilmittel und wird dir den Schmerz um den Verlust des verlorenen Freundes nicht nehmen, aber ein neues Tier füllt die Leere wieder mit Leben, schenkt dir wieder ein bisschen "Kuschelnähe" und es ist wieder jemand da, der deiner Fürsorge bedarf. Und Tiere sind oftmals sehr viel bessere Tröster als Menschen, weil Tiere dich nicht mit "dummen" Ratschlägen zutexten sondern einfach nur da sind und dir ihre Liebe zeigen.
jede/r Mensch trauert anders. Während der eine seine Trauer offen zeigt (zeigen kann), erstarrt der andere vielleicht oder versteckt sie hinter (falscher) Fröhlichkeit. Trauerverarbeitung hat keine "Regeln" und keine "Zeit", der eine kann nach wenigen Wochen oder Monaten wieder lachen, der andere braucht länger. Jeder Mensch erlebt und durchleidet seine Lebenskrise anders und geht anders damit um. Nimm dich und deine Form und Dauer der Trauer ebenso an wie die deines Partners, es gibt kein objektives "Falsch" und "Richtig". Wichtig ist nur, dass du und dein/e Partner/in euch für eure jeweilige Form der Auseinandersetzung Verständnis und Geduld entgegenbringt. Richtig ist, was hilft...
Und vor allem: Geh in dieser Zeit möglichst gut mit dir selbst um, tue möglichst oft und möglichst viel von dem, was dir auch ohne das Tier ein bisschen Freude macht. Auf was hast Du Lust? Tu es! Egal ob schreiben, ein Gesteck fürs Grab basteln oder Bilderalben verzieren, ein Bad nehmen oder ins Kino gehen. Wenn du nicht selbst gut für dich sorgst, wer tut es sonst?Viele Menschen, die bereits einen schlimmen Trauerfall durchgestanden haben, berichten dass ein gewisser Schmerz für immer bleibt, das müssen wir akzeptieren. Doch irgendwann wird der Schmerz dumpfer und schließlich leichter werden. Und es wird der Tag kommen, an dem du wieder lächelnd an dein Tier zurückdenken kannst, ohne gleich in Tränen auszubrechen. Irgendwann werden die schlimmen Bilder der letzten Stunden (und ersten Zeit danach) wieder den schönen Erinnerungen weichen. Du wirst dankbar sein für die schöne Zeit, die ihr miteinander hattet. Und irgendwann wirst du dich an deinen geliebten "verlorenen" Freund mit leichter Wehmut und hoffentlich viel Vorfreude auf ein Wiedersehen erinnern und dich trotzdem wieder dem Alltag und vielleicht deinem neuen Mitbewohner zuwenden können. Ich wünsche es dir und mir aus ganzem Herzen

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