TiereWenn das geliebte Haustier stirbt, stellt sich dir zwangsläufig die Frage, wohin mit den sterblichen Überresten. Dies ist ein sehr trauriges, oft tabuisiertes Thema, kommt auf jeden, der/die so eine Pelznase bei sich aufnimmt, kommt irgendwann dessen Tod zu. Trauerfall

sterbliche Überreste

Die "Entsorgung" über den Tierarzt und somit über die Tierkörperverwertung (welche "Produkte" daraus gemacht werden, ist in den verschiedenen Bundesländern und Gemeinden unterschiedlich und kann ggf. beim örtlichen Veterinäramt oder eventuell auch bei der Umweltbehörde erfragt werden), kommt für viele von uns nicht in Frage. Wir möchten dem geliebten Tier, das viele Jahre ein Mitglied der Familie war, eine würdige letzte Ruhe schenken. Dies ist aber nach den geltenden Regeln und Bestimmungen leider nicht so ganz einfach, denn es ist nicht überall erlaubt, das Tier zu beerdigen. Sterbliche Überreste irgendwo im Wald zu begraben, birgt nicht nur die Gefahr in sich, dass ein Aasfresser sie wieder ausbuddelt, sondern es kann (wenn man dabei erwischt wird) auch zu rechtlichen Problemen kommen. Die rechtliche Situation besagt:

§ 5 des Tierkörperbeseitigunggesetzes - Beseitigung von Tierkörpern
(1) In Tierkörperbeseitigungsanstalten sind zu beseitigen
1. Körper von Einhufern, Klauentieren, Hunden, Katzen, Geflügel, Kaninchen und Edelpelztieren, die sich im Haus, Betrieb oder sonst in Besitz des Menschen befinden,
2. Körper von Tieren, die in Zoologischen Gärten oder ähnlichen Einrichtungen sowie in Tierhandlungen gehalten werden,
3. herrenlose Tierkörper der in Nummer 1 genannten Tierarten, ausgenommen solche von freilebendem Wild.
Dies gilt auch für Körper anderer Tiere einschließlich solcher von freilebendem Wild, soweit es zur Wahrung des Grundsatzes des § 3 erforderlich ist und die zuständige Behörde dies anordnet. Vor der Beseitigung dürfen Tierkörper zu diagnostischen Untersuchungen in tierärztliche Untersuchungsanstalten verbracht werden.
(2) Absatz 1 Satz 1 gilt nicht für einzelne Körper von Hunden, Katzen, Ferkeln, Kaninchen, unter vier Wochen alten Schaf- und Ziegenlämmern sowie einzelne Körper von Geflügel oder in Tierhandlungen gehaltenen Kleintieren und Vögeln, die auf geeigneten und von der zuständigen Behörde hierfür besonders zugelassenen Plätzen oder auf eigenem Gelände, jedoch nicht in Wasserschutzgebieten und nicht in unmittelbarer Nähe öffentlicher Wege und Plätze, vergraben oder in dafür zugelassenen Abfallbeseitigungsanlagen verbrannt werden. Die Tierkörper müssen so vergraben werden, dass sie mit einer ausreichenden, mindestens 50 Zentimeter starken Erdschicht, gemessen vom Rande der Grube an, bedeckt sind.
§ 26 Abs. 2, die §§ 32 b und 34 Abs. 2 des Wasserhaushaltsgesetzes vom 27. Juli 1957 (Bundesgesetzblatt I S. 1110), zuletzt geändert durch das Einführungsgesetz zum Strafgesetzbuch vom 2. März 1974 (Bundesgesetzbl. I S. 469) bleiben unberührt

Tierfriedhof"Geeignete und von der zuständigen Behörde hierfür besonders zugelassenen Plätze" sind Tierfriedhöfe, die es in vielen größeren Städten bereits gibt. Eine Liste von Tierfriedhöfen, sortiert nach Postleitzahlen, findet sich hier zusammengestellt. Sollte die Liste nicht ganz vollständig sein, freut sich die Webmasterin über Hinweise auf weitere solche Stätten.

Wenn du das Glück hast, über einen eigenen Garten zu verfügen, oder jemanden zu kennen, der über einen eigenen Garten verfügt, musst du dich versichern, dass dieser nicht in einem Wasserschutzgebiet liegt - und dann in einer stillen, nicht direkt neben öffentlichen Wegen/Grundstückenden liegenden Stelle tief genug graben (meines Wissens nach mindestens 1 m)

Beerdigung von TierkörpernDie Beerdigung von Tierkörpern auf Privatgrundstücken kann ggf. auch über das Tierkörperbeseitigungsgesetz hinaus ergänzend durch die jeweilige Gemeinde geregelt sein, d.h. diese könnte Einschränkungen verfügen. Wenn man also ganz sicher gehen will, sollte man sich nochmal bei der Gemeinde erkundigen, ob's da was gibt. Da ist es allerdings hilfreich, wenn man sich mit dem §5 schon auskennt und konkret nach ergänzenden Verfügungen dazu fragt, sonst wissen die dort erstmal nicht, worum es genau geht.

Eine Alternative ist noch, das Tier einzeln oder zusammen mit anderen verstorbenen Haustieren zusammen verbrennen zu lassen. Eine Verbrennung ist möglich in dem, zumTierheim Münchengehörenden Tierkrematorium oder überCremare. Ansonsten sollen angeblich teilweise auch Tierfriedhöfe einäschern und man die Asche mitnehmen können. Näheres weiß ich leider nicht, Auskünfte könntest du bei den einzelnen Tierfriedhofsverwaltungen einholen.

AbschiedIch wünsche dir, die/der du vielleicht bereits von einen gestorbenen Freund Abschied nehmen musstest, viel Kraft und viele schöne Erinnerungen an die gemeinsame Zeit. Und für den Austausch über deine (Trauer- und sonstigen) Gefühle steht dir natürlich jederzeit das Forum zur Verfügung.

 

Disclaimer: Ich bin kein Anwalt. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Auskunft kann ich keine Haftung übernehmen. Auch wenn die Rechtslage hier ziemlich eindeutig ist, kann man nicht ausschließen, dass es noch irgendeine weitere Bestimmung gibt, die das wieder einschränkt - oder dass ich es nicht mitbekommen habe, wenn das Gesetz geändert wurde. Bei diesem Beitrag handelt es sich nicht um Rechtsberatung, er enthält die persönliche, unverbindliche Meinung eines Laien. Im Zweifelsfall bitte ich dich also, dich bei entsprechenden Rechtspflegestellen schlau zu machen. (Sorry, man muss vorsichtig sein.)

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