SchuldgefühleWar der Tod eines Tieres ein Unfall und/oder wäre er bei mehr Vorsicht bzw. früherer Krankheitserkennung eventuell vermeidbar gewesen - oder hätte sich das Sterben für das Tier zumindest angenehmer gestalten können (man war zum Todeszeitpunkt nicht da, oder hat das Tier zu früh oder zu spät oder gar nicht euthanasieren lassen, etc.), kommen zu dem Schmerz um den Verlust zuweilen auch noch große Gefühle von Schuld, Scham und Versagen. Sie verschlimmern nicht nur das Leid, das der Tod des Kameraden auslöst, sie verlängern es auch. Oftmals sind Schuldgefühle dafür verantwortlich, wenn der "hinterbliebene" Tierhalter tiefer und länger in der Trauer verharrt, als das der Fall gewesen wäre, wenn das Tier am Ende seiner normalen Lebenserwartung friedlich eingeschlafen wäre.

Wenn man in einer Situation drin steckt, kann man oftmals nicht wissen, welche der möglichen Varianten langfristig die Bestmögliche aller ist, ob der Zeitpunkt der richtige ist, ob man alles getan hat, ob man dem Tier gerecht geworden ist und in seinem Sinne gehandelt hat. Deine Entscheidung damals hast du auf deinem Wissensstand von damals getroffen und nicht auf dem Wissenstand von heute. FehlerWir sind halt nun mal keine allwissenden Götter, auch wenn wir uns vielleicht im Zusammenhang mit unseren Tieren manchmal so fühlen, weil sie meistens so absolut abhängig von uns sind und uns so bedingungslos lieben. Aber in dem Moment, wo wir eine Entscheidung zu treffen haben und auf keinen Fall einen Fehler machen wollen/dürfen, sind wir dann doch nicht mächtig genug, alle Fehler auszuschließen.

Und stellt sich die Entscheidung im Licht neuer Erkenntnisse später als "falsch" heraus, hilft es dem Tier (das bereits gestorben ist) nicht, dir und/oder der "Umwelt" das Leben schwer zu machen mit Selbstvorwürfen und Schuldanklagen. Es wird dadurch leider auch nicht wieder zurück gebracht. Diese Selbstzerfleischung vergrößert nur dein eigenes Leid. DAS hätte dein Tier sicherlich nicht gewollt. Ich bin davon überzeugt, dass es deinem kleinen Freund da, wo er jetzt ist, sehr sehr gut geht. Und dass er/sie sich wünschen würde, dass auch du aufhörst, dir selbst mit deinen Selbstanklagen weh zu tun und du wieder lernst, gut mit dir umzugehen und glücklich zu sein.

Schuldgefühle sind dem Grunde nach Selbstablehnung. Sie entstehen, wenn wir etwas was wir gemacht oder nicht gemacht haben, und das jetzt als "falsch" empfinden. SchuldWeil die allermeisten von uns in ihrer Erziehung gelernt haben, dass Ablehnung als Erziehungsmittel eingesetzt wurde (die Eltern wurden "böse" wenn sie mit unserem Verhalten nicht einverstanden waren), lehnen wir uns heute selbst ab in der Hoffnung uns zu einem "besseren" Verhalten zu erziehen. Die einzig sinnvolle Art und Weise mit "Schuld" umzugehen ist also nicht, sich zu schämen und selbst zu verurteilen, sondern die Situation zu analysieren und festzustellen, was man hätte besser machen können, und für die Zukunft daraus zu lernen - und sie dann loszulassen. Du hast (vielleicht) einen (vermeidbaren) Fehler gemacht, aber deshalb bist du kein schlechter Mensch! Denn wenn du der wärst, wenn du absichtlich so gehandelt hättest, dann würdest du es nachträglich nicht als falsch einstufen und dir wünschen, es "besser" gemacht zu haben. Dann hättest du ja wegen des vermeintlichen oder tatsächlichen Fehlverhaltens gar keine Schuldgefühle!

Wichtigstes Mittel, um Schuldgefühle wieder loslassen zu können, ist es also, ihnen dahingehend nachzugeben, dass man aus ihnen lernt und es in der Zukunft besser macht, denn die Vergangenheit lässt sich mit allen Schuldgefühlen und Selbstbestrafungsaktionen nicht mehr rückgängig machen . Deshalb hier einige Tipps, wie sich tödliche Unfälle vielleicht vermeiden bzw. verhindern lassen, auch wenn es nicht ganz hundertprozentig ins Thema passt. Die Liste soll bitte nicht dazu "benutzt" werden, für die Fälle wo es schon passiert ist, erst recht Schuldgefühle zu wecken, sondern sie soll helfen vielleicht für die Zukunft eine Katastrophe und die damit verbundenen Selbstvorwürfe zu verhindern...

Wichtig zur Vorsorge sind für das Tier vor allem

Und um mit den Schuldgefühlen fertig zu werden für das, was nun einmal schon geschehen ist, um sich selbst vergeben / verzeihen zu können, kann "Wiedergutmachung" sehr hilfreich sein, d.h. "es wieder gut machen", sprich in ähnlicher Lage so zu handeln, wie du es dir für die Vergangenheit gewünscht hättest.

WiedergutmachungIch habe dazu neulich in einem Buch eine wunderschönen Anregung gelesen: die Autorin gab den Tipp, einem Tier ein Zuhause zu schenken, das noch lebt und in aktueller Not ist - ein Tier aus dem Tierheim oder das gerade sein Zuhause verliert, und in etwa gleich alt ist und/oder ein ähnliches "Handicap" hat.

Das Tier das du verloren hast, wird leider auch durch Schuldgefühle nicht zurückgebracht und hat gar nichts davon, wenn du dich mit Selbstvorwürfen marterst. Aber wenn du ein Tier "rettest" indem du einem bis dahin bedauernswertem Geschöpf ein neues, glücklicheres Leben schenkst, dann bekommt das Sinnlose dadurch wenigstens noch einen schönen Sinn? Oder wenn es nicht möglich ist, ein neues Tier nach Hause zu holen, kann es der Beruhigung des eigenen Gewissens auch helfen, einem Tierheim praktische und/oder finanzielle Unterstützung zu geben, das direkt den Tieren zugute kommt. Vielleicht hilft es dir,wenn du dadurch du das Gefühl hast, etwas tun zu können, was deine "Schuld" ausgleicht? Dem Tier/den Tieren in jedem Fall...

Vor allem ist wichtig - und du hast es auch verdient! - dass du dich mit dir selbst wieder wohl fühlen kannst. Das würde sich auch dein Tier von dir wünschen, ganz bestimmt...

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wieder gut gehen
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